Introduction

Gestern hatte ich die Ehre bei der traditionellen Hochzeit meiner Nachbarn dabei zu sein. Die Introductionceremony gibt es nur in einem Teil Ugandas, u.a. in dem, in welchem ich lebe.

 

Die Frauen tragen alle ein Gomes und die Männer den sog. Kanzu. In dieser Festtagskleidung kommt wirklich jeder und so konnte ich mir glücklicherweise auch ein Gomes leihen.

 

Die Feier wurde auf Luganda gehalten, deshalb habe ich nicht all zu viel verstanden. Da ich aber in guter Begleitung meiner restlichen Nachbarn war, wurde mir viel erklärt. Wir galten als “Anhang” des Manns und unsere Gruppe sammelte sich an einem anderen Ort, als der Anhang der Braut. 

Schließlich fuhren wir zum Festgelände. Die der Braut Zugehörigen hatten schon ihre Plätze eingenommen. Wir stellten uns nach Geschlechtern getrennt in zwei Reihen nebeneinander auf und zogen durch einen Torbogen ins Festgelände ein. Dort nahmen auch wir unsere Plätze ein.

 

Für jedes “Team” ,also einmal das der Braut und das des Bräutigams, gab es einen Vertreter. Nun gab es ein Quiz zwischen den beiden Teams, das von den Vertretern durchgeführt wurde. Dann gab es noch einige Tänze. Dabei wurde von der männlichen Seite ständig Briefumschläge mit Geschenken an die Vertreter der Braut übergeben. So ganz verstanden hab ich das allerdings nicht alles. 

 

Darauf gab es für alle Essen. Schließlich zog zunächst der Bräutigam ein, zusammen mit einer kleinen Abordnung seines Anhangs. Später zog auch die Frau ein und schließlich wurde sie von der Seite, auf der ihre Familie und Freunde saßen, zur Seite des Bräutigams gebracht. Nun durften sich die Beiden umarmen und es wurden ganz viele Fotos gemacht.

 

Übrigens: In Uganda zeigt man in der Öffentlichkeit überhaupt nicht, dass man ein Paar ist. Küssen in der Öffentlichkeit geht gar nicht, ganz selten sieht man in der Stadt Leute Händchenhalten. 

So war also auch eine Umarmung genug für die Hochzeit.

 

Schließlich bekam die Braut noch ihren Brautpreis überreicht. Dafür gingen wir, der Anhang des mittlerweile Ehemannes, zu den Autos, in denen die Geschenke gelagert wurden. Die Frauen trugen Körbe mit verschiedenen Inhalten auf dem Kopf ins Festgelände und stellten die Gaben in der Mitte ab. Währenddessen kümmerten sich die die Männer um die schwereren Geschenke.

Es gab Sofas, Sessel, Limo, Wasser, Ziegen, eine Kuh und noch viel mehr. Eine ganz schön teure Braut!

 

Darauf bekam sie einen Ring und es wurde der Kuchen angeschnitten.

Danach haben wir uns auf den Heimweg gemacht, da wir ca. 2,5h fahren mussten. Lang ging die Feier aber denke ich nicht mehr.

Für mich war es ein sehr spannender Tag!

Auf dem fünften Bild seht ihr im blauen Gomes mit rotem Gürtel die Braut. Auf dem siebten Bild sind die Geschenke zu sehen. Unter dem rechten Zelt im roten Gomes mit goldenem Gürtel sitzt die Braut hier. Das letzte Bild zeigt die Ringübergabe.

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Kommentare: 1
  • #1

    Marlies (Freitag, 29 Juli 2016 17:12)

    Liebe Anja,

    das klingt alles sehr spannend. Sie haben doch Tische und Stühle und schöne Zelte, wie bei uns. Auch deine anderen Berichte sind sehr eindrucksvoll! Was hast du nur alles in dem Jahr erlebt!
    Ich wünsch dir, dass dir der Abschied nicht allzu schwer fällt!